
Wie zwei erwachsene Menschen zwanzig Stunden brauchten, um ein Notebook zu kaufen. Eine (fast) wahre Geschichte, an der wir nicht ganz unschuldig sind. Es begann harmlos. Ein Kunde brauchte ein Notebook. Ein ganz normales. Für einen neuen Mitarbeiter, der am Montag anfängt, ins bestehende Netzwerk soll, Office braucht und sonst nichts Aufregendes vorhat.
Früher wäre das ein Anruf gewesen. Drei Minuten. „Servus, wir brauchen wieder so eins wie letztes Mal.“ – „Passt, ist Donnerstag da.“
Aber wir leben im Jahr 2026. Und der Kunde dachte sich: Das mach ich jetzt einmal ordentlich.
1. Die perfekte Anfrage
Er tippte sein Anliegen in eine KI. Die KI tat, was KI am besten kann: Sie nahm ihn ernst. Bitterernst.
Heraus kam ein Anforderungsdokument. Zwanzig Seiten. Mit Deckblatt, Inhaltsverzeichnis und einem Abschnitt „Nicht-funktionale Anforderungen“. Es gab Fragen zur Zertifizierung der Lieferkette, zur erwarteten MTBF des verbauten Lüfters und zu den Nachhaltigkeitszielen des Herstellers bis 2035. Irgendwo auf Seite 14 stand, versteckt zwischen zwei Tabellen, der eigentliche Satz: ein Notebook für einen neuen Mitarbeiter.
Formal einwandfrei. Ein Meisterwerk. Der Kunde war beeindruckt von sich selbst und drückte auf Senden.
2. Das Imperium schlägt zurück
Bei uns landete das Dokument im Posteingang. Und jetzt kommt der Teil, bei dem wir uns selbst an der Nase nehmen müssen: Wir haben nicht angerufen. Wir haben das Ding in unsere KI gekippt.
Was zurückkam, war – zugegeben – beeindruckend. Ein Antwortkatalog mit 100 Rückfragen. Darunter eine vergleichende Gegenüberstellung von 25 Display-Technologien. Und eine Gewichtungsmatrix, in welcher der Kunde bitte angeben möge, in welchen Lichtumgebungen zu welchen Tageszeiten gearbeitet wird. In Lux. Mit Toleranzangabe.
Der Kunde hat das ernsthaft ausgefüllt. Er hat ein Luxmeter besorgt. Er ist durchs Büro gegangen und hat gemessen. Am Vormittag und am Nachmittag. Seine Frau hat gefragt, ob alles in Ordnung sei.
3. Die Wahrheit
Nach knapp drei Wochen, zwei Videocalls, einem revidierten Kriterienkatalog und ungefähr zwanzig Arbeitsstunden auf beiden Seiten saßen wir gemeinsam vor der finalen Entscheidungsmatrix. Drei Geräte in der engeren Auswahl, alle im Zehntelpunktbereich beieinander.
Der Kunde schaute lange auf den Bildschirm. Dann tippte er auf eines der Bilder:
Der Kunde
„Der gefällt mir.“
Unser Techniker, ganz ruhig
„Den wollte ich Ihnen ohnehin schon von Anfang an empfehlen.“
Stille. Dann haben beide gelacht. Vermutlich, weil Weinen unpassend gewesen wäre.
Was wir daraus gelernt haben
Bitte nicht falsch verstehen: Wir sind keine KI-Skeptiker. Wir setzen sie täglich ein, sie spart uns real Zeit, und wer sie ignoriert, verschenkt etwas.
Aber KI kennt kein Maß. Sie weiß nicht, wann genug Details genug sind.
Sie kann nicht abschätzen, ob sich das Eintauchen in die Tiefe am Ende des Tages überhaupt auszahlt – denn genau das lernt man nicht aus Daten, sondern aus Erfahrung. Aus tausend Geräten, die man ausgerollt hat. Aus dem Wissen, welche Fragen bei einem Standard-Notebook wirklich zählen (drei bis vier, ehrlich gesagt) und welche nur gut aussehen.
Ein guter Berater erkennt in dreißig Sekunden, ob ein Thema eine Matrix verdient oder einen Satz. Das ist keine Rechenleistung. Das ist Urteilsvermögen.
Also: Nutzen Sie KI. Gern auch für Ihre Anfrage an uns. Aber wenn Sie ein Notebook brauchen – rufen Sie einfach an. Wir haben da schon eine Vermutung, welches die perfekte Wahl für Sie ist!
PNC GmbH – IT mit Augenmaß.
Auch wenn wir das Luxmeter jetzt behalten haben.
Anruf genügt: +43 (2956) 7001
office@pnc.at · www.pnc.at
Es grüßt herzlichst,
Alexander Beck